Wechseljahre
Burnout oder Wechseljahre? Mit dieser Resonanz hatte ich nicht gerechnet!
von Carina Wiedemann · 02. November 2026
100 Plätze im Zoomraum. Alle besetzt. Und weitere Interessierte, die gar nicht mehr hineinkamen.
Ich bin immer noch völlig begeistert!
Am 27. Oktober habe ich einen Online-Vortrag zum Thema „Burnout? Oder sind es doch die Wechseljahre?“ gehalten.
Dass dieses Thema viele Frauen beschäftigt, wusste ich. Schließlich begegnet es mir regelmäßig in meiner ärztlichen Arbeit. Aber mit dieser Resonanz hatte ich tatsächlich nicht gerechnet.
Der Zoomraum war mit 100 Teilnehmenden bereits zu Beginn vollständig belegt. Weitere Interessierte konnten nicht mehr teilnehmen.
Während des Vortrags gab es zahlreiche Reaktionen und Fragen im Chat. Anschließend erreichten mich persönliche Nachrichten, E-Mails und viele positive Rückmeldungen.
Auch die Aufzeichnung wurde innerhalb kürzester Zeit vielfach angesehen und weitergeleitet.
Und ich freue mich immer noch darüber!
Vor allem zeigt mir diese Resonanz, wie groß das Bedürfnis nach Aufklärung ist.
„Ich erkenne mich selbst nicht mehr.“
Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder.
Frauen, die jahrelang leistungsfähig waren, Verantwortung übernommen und Beruf und Familie organisiert haben, merken plötzlich, dass sich etwas verändert.
Sie schlafen schlechter. Die Konzentration lässt nach. Sie sind schneller gereizt, zweifeln an sich oder fühlen sich nicht mehr so souverän wie früher.
Gerade für Unternehmerinnen kann das besonders belastend sein.
Da steht ein wichtiges Meeting an, und plötzlich fehlt mitten im Satz ein Wort.
Entscheidungen, die früher selbstverständlich waren, fallen schwerer.
Oder man liegt nachts wach und weiß genau, dass am nächsten Morgen wieder volle Konzentration gefragt ist.
Was steckt dahinter?
Stress? Ein beginnendes Burnout? Eine depressive Verstimmung?
Oder könnten auch die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre eine Rolle spielen?
Die Schwierigkeit ist: Viele Beschwerden überschneiden sich.
Ich habe es selbst zunächst nicht erkannt.
Als ich 2016 meine Praxis neu aufbaute, war beruflich und privat einiges los.
Meine Kinder waren noch kleiner, mein Mann arbeitete im Schichtdienst und ich war voller Begeisterung dabei, mich beruflich neu auszurichten.
Irgendwann bemerkte ich, dass sich meine Leistungsfähigkeit veränderte. Ich nahm zu und fand immer schlechter zur Ruhe.
Meine Erklärung war einfach: Es ist gerade eben viel los.
Also arbeitete ich noch mehr.
Erst rückblickend wurde mir bewusst, dass damals auch meine hormonelle Umstellungsphase begonnen hatte.
Und das, obwohl ich Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bin!
Heute bin ich seit 28 Jahren Ärztin. Ich habe viele Jahre klassisch psychiatrisch gearbeitet und beschäftige mich seit rund zehn Jahren intensiv mit ganzheitlichen Zusammenhängen.
Gerade diese Verbindung hat meinen Blick auf viele Beschwerden verändert.
Was, wenn nicht alles nur psychisch ist?
In meinem Vortrag habe ich erklärt, weshalb sich Beschwerden in den Wechseljahren manchmal kaum von Symptomen unterscheiden lassen, die wir bei Stress, Burnout oder Depressionen beobachten.
Dabei spielen nicht nur die Sexualhormone eine Rolle.
Auch Schlaf, Stoffwechsel, Nährstoffversorgung, Darmgesundheit und mögliche Entzündungsprozesse können Einfluss auf unser Wohlbefinden haben.
Das bedeutet nicht, dass jede psychische Beschwerde eine körperliche Ursache hat.
Aber es bedeutet, dass wir genauer hinschauen sollten, bevor wir uns auf eine einzige Erklärung festlegen.
Genau das ist mir in meiner ärztlichen Arbeit wichtig: den Menschen als Ganzes betrachten.
Nicht nur einzelne Symptome, sondern die Zusammenhänge dahinter.
Eine Rückmeldung hat mich besonders gefreut.
Eine Frau, die bereits einen Termin für eine Gesundheitsanalyse in meiner Praxis vereinbart hatte, konnte wegen des vollen Zoomraums nicht teilnehmen.
Ich habe ihr anschließend die Aufzeichnung geschickt.
Sie schrieb mir zurück, dass sie sich durch den Vortrag noch einmal darin bestärkt fühle, mit ihrem Anliegen bei mir richtig zu sein.
Solche Rückmeldungen bedeuten mir viel.
Denn sie zeigen, wie wichtig es ist, über diese Zusammenhänge zu sprechen.
Die Wechseljahre betreffen eben nicht nur Hitzewallungen oder das Ausbleiben der Periode.
Sie können auch beeinflussen, wie klar wir denken, wie wir schlafen, wie wir mit Belastungen umgehen und wie sicher wir uns in unserem eigenen Leben fühlen.
Und gerade für Frauen, die ein Unternehmen führen oder viel Verantwortung tragen, ist das ein wichtiges Thema.
Den Vortrag gibt es jetzt als Aufzeichnung.
Weil so viele Interessierte nicht live dabei sein konnten, freue ich mich besonders, dass der Vortrag aufgezeichnet wurde.
Vielleicht erkennen Sie sich in manchen Beschreibungen wieder. Vielleicht denken Sie dabei auch an eine Freundin, Kollegin oder Geschäftspartnerin.
Hier können Sie sich den Vortrag ansehen:
Burnout? Oder sind es doch die Wechseljahre? – Jetzt auf YouTube ansehen
Ich wünsche mir, dass mehr Frauen verstehen, was sich in dieser Lebensphase verändern kann – und dass sie ihre Beschwerden ernst nehmen, statt einfach immer weiterzumachen.
Denn auch in den Wechseljahren dürfen Frauen sich wieder so erleben, wie sie es von sich kennen:
Klar. Kraftvoll. Souverän.
Carina Wiedemann
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Ganzheitliche ärztliche Begleitung und Mentoring für Unternehmerinnen