Persönlichkeitsentwicklung
Alles richtig gemacht. Und was kommt jetzt?
von Bettina Groetzki · 05. Oktober 2026
Was dich bis hierher getragen hat, verdient Respekt 👍🏻
Ob es dich auch durch deine nächsten Jahre trägt, ist eine andere Frage. Und die stellen sich viele Frauen in ihrer Lebensmitte.
Fast 20 Jahre war ich Managerin in einem internationalen Gesundheitskonzern. Ich hatte meinen Traumjob, ein tolles Team und eine Aufgabe, für die ich gebrannt habe. Und dann saß ich eines Tages in einem dieser zahllosen Meetings, in denen über neue Zielgruppen und die passende Marketingstrategie gesprochen wurde. Jünger sollte alles werden, moderner. Für die „Älteren“ würde man nichts Neues mehr entwickeln.
Irgendwann dachte ich: Hallo? Die reden ja über mich...
Gekündigt habe ich erstmal nicht. Aber ich habe angefangen, mir Fragen zu stellen. Warum hat mich das so getroffen? Ich hatte doch alles richtig gemacht. Ich hatte geliefert, Verantwortung getragen und mich auf das verlassen, was immer funktioniert hatte. Erst später habe ich verstanden, dass genau darin der Haken lag.
Deine Strategie hat funktioniert. Jahrzehntelang.
Wenn Frauen heute zum ersten Mal mit mir sprechen, höre ich oft eine ganz ähnliche Geschichte. Sie haben nichts falsch gemacht, im Gegenteil.
Sie haben Teams geführt, Kinder großgezogen, Beziehungen getragen und sich durch Strukturen gearbeitet, die selten für sie gemacht waren. Sie waren die, auf die man sich verlassen konnte. Ihre Strategie hieß Leistung, Durchhalten und im Zweifel noch ein bisschen mehr geben. Und das hat lange gut funktioniert.
Deshalb kommt kaum eine auf die Idee, diese Strategie infrage zu stellen. Was dich so weit gebracht hat, kann ja nicht falsch sein.
Falsch ist es auch nicht. Es wurde nur für eine andere Lebensphase gebaut, für andere Ziele und andere Prioritäten. Die zweite Hälfte deines Berufslebens ist eben keine Blaupause der ersten.
Eigentlich ist doch alles okay.
Diesen Satz kenne ich gut, ich habe ihn mir selbst oft genug gesagt. Der Job ist gut bezahlt, ich habe alles, was ich brauche, und andere wären froh über meine Position.
Das stimmte ja auch. Trotzdem habe ich irgendwann gemerkt, dass ich nur noch von außen gesteuert war. Es ging nicht mehr darum, was ich kann, was mir Freude macht und wie ich leben und arbeiten will. Ich habe funktioniert, sogar sehr gut. Aber es war zunehmend anstregend.
Das fühlt sich selten nach einer großen Krise an. Es ist eher ein leises Gefühl, dass etwas nicht mehr passt, obwohl nach außen alles gut aussieht. Deshalb wird es so oft überhört.
Zwei Reflexe, die dich nicht weiterbringen.
Wenn Frauen dieses Gefühl bemerken, reagieren die meisten auf eine von zwei Arten.
Aushalten. Die innere Stimme wird leiser gedreht. Ist doch nicht so schlimm, die paar Jahre noch, wir sind hier nun mal nicht bei "Wünsch dir was", sondern bei "So isses".
Aktionismus. Der nächste Kurs, die nächste Weiterbildung, das nächste Zertifikat, bevor überhaupt klar ist, was eigentlich fehlt. Und dann wundern sie sich, dass sie keinen Schritt vorankommen.
Beide Reflexe gehören zur alten Strategie, also durchhalten oder noch mehr leisten. Wenn ein Weg nicht mehr passt, hilft es aber wenig, ihn schneller zu gehen.
Wenn plötzlich der Maßstab fehlt.
Eine Frau, die ich begleiten durfte, war viele Jahre in leitender Position in einem großen Unternehmen. Sie hat ihren Job geliebt und ihn „den Job meines Lebens“ genannt. Dann kam eine Umstrukturierung, ihre Position wurde gestrichen, und von einem Tag auf den anderen war alles vorbei.
In einem unserer ersten Gespräche sagte sie einen Satz, der mir bis heute nachgeht: „Ich wusste gar nicht mehr, woran ich meinen Wert messen soll.“ Wenn Erfolg jahrelang über Titel, Leistung und Anerkennung definiert war, fällt mit dem äußeren Rahmen oft auch der innere Maßstab weg.
Sie hat sich dann Zeit genommen, zum ersten Mal seit Jahren. Irgendwann hat sie nicht mehr gefragt, was sie jetzt machen soll, sondern was ihr eigentlich wichtig ist. Heute arbeitet sie in einem kleineren Team, mit weniger Verantwortung und viel mehr Sinn. Ihr Satz dazu: „Ich bin nicht gescheitert. Ich bin angekommen.“
Neue Lebensphase. Neue Erfolgsstrategie.
Eine neue Erfolgsstrategie fängt deshalb einen Schritt früher an, als die meisten denken. Bei Fragen wie diesen:
- Was treibt mich heute wirklich an, nicht damals mit 30?
- Was darf bleiben, und was darf gehen?
- Wie will ich die nächsten 10, 15 oder 20 Jahre leben und arbeiten?
Die meisten erfolgreichen Frauen haben sich diese Fragen jahrzehntelang nicht gestellt. Es gab immer etwas Dringenderes. Ohne diese Klarheit ist jede neue Entscheidung aber wie ein Haus ohne Fundament. Es sieht vielleicht hübsch aus, hält aber nicht.
Du musst dich dafür nicht neu erfinden. Du musst nicht alles hinschmeißen, nicht gründen und nicht nach Bali auswandern. Vielleicht bleibst du sogar in deinem Job. Dann aber, weil du dich bewusst dafür entschieden hast, und nicht, weil du es nie hinterfragt hast.
Hast du Lust auf einen kleinen Perspektivwechsel?
Dann nimm dir zehn Minuten, einen Kaffee und ein Blatt Papier. Schreib oben auf die Seite:
„Erfolg bedeutet für mich heute …“ Und dann schreib einfach, was kommt, ohne zu bewerten.
Wenn du magst, geh noch einen Schritt weiter. Notiere drei Momente aus deinem Leben, in denen du dich wirklich erfolgreich gefühlt hast. Das kann der große berufliche Abschluss sein oder der Moment, in dem du endlich für dich eingestanden bist. Dann schau, was diese Momente gemeinsam haben. Meistens ist es nicht der Applaus.
Kein "Hätte ich nur...".
Was bereuen Menschen am Ende ihres Lebens am häufigsten? Dass sie nicht ihr eigenes Leben gelebt haben, sondern eines nach den Erwartungen anderer.
Dieses „Hätte ich nur …“ wollte ich nie. Deshalb habe ich meinen Konzernjob hinter mir gelassen und Erfolg.Reif® gegründet. Du musst nicht denselben Schritt gehen. Aber du darfst dir Fragen stellen, ehrlich und vielleicht zum ersten Mal seit Langem.
Dein Erfolg muss nicht größer werden. Er darf sich nur wieder nach dir anfühlen.
Du fragst dich, wo du gerade stehst? Mach den kostenlosen ErfolgReif®-Check.